Donnerstag, 4. September 2008

Slowenisch England oder der Englische Slow Waltz

Die erste Hälfte August Urlaub. Die zweite Hälfte August Arbeit. Keine Ahnung, was schöner ist. Wahrscheinlich sogar letzteres. Auch wenn es tausendmal anstrengender ist. Am 20. August spielten wir erstmals in Begunje. Jenem Begunje, wo Slavko und Vilko Avsenik aufwuchsen. Jene beiden Brüder, die mit anderen Kollegen Vilkos des Radiosymphonieorchesters Laibach vor 55 Jahren den legendären Oberkrainersound begründet und so unter Österreichs musikalischem Altadel bis Bürgertum eine wahre Allergiegegenbewegung ausgelöst haben, von der sie sich trotz des verfrühten TV-Todes des (kurzzeitigen) Oberkrainerpropheten Karl Moik noch nicht erholt haben
Beim großen Festival waren wir dabei. Ein Oberkrainer-Fachpublikum aus der Schweiz, aus Deutschland und Österreich war eindeutig in der Mehrheit. Wahre Pilger dieser Musik. Mekka ist nur größer, aber nicht bedeutender. Und wir, die nicht ganz so originalen, aus mancherlei Sicht ideologisch nicht ganz stubenreinen globalen Kryner dazwischen. Erstaunlicherweise ging es sich aus. Mehr noch. Euphorie war im Raum zu spüren. Gregor Avsenik, einer der drei Söhne Slavkos spielte mit seiner Band, dass einem die Ohren wackeln. Sehr groovig, sehr schön, allerbeste Tanzmusik gemischt mit Swing. Etwas eigenartiger und befremdlicher fühlte sich da schon der gar nicht so fette Playback-Sound der „Turbo Angels“ an, die eindeutig mehr Zeit mit der Optimierung des Dekolletees als mit Ihrer Musik verbringen. Na ja, „die Bewegung“ hat viele Kinder und nicht alle müssen sich vertragen. Es reicht schon, wenn sie sich respektieren.
Ziemlich brüsk war der Natur- und Kulturschock von der slowenischen Krain (21. August) ins englische Seenland (23./24. August). Hart an der schottischen Grenze und noch härter am Meer, quasi mit Blick nach Irland, empfing uns zwei Tage später typisch englischer Nieselregen. Leider kam unser Flugzeug verspätet an - aus Bratislava. Dafür war es fast gratis aber. Wir verloren unseren Slot auf diesem 12.000-Besucher Festival namens „Solfest“, kurz vor solchen Superbands wie „Supergrass“ und vielen mehr, die mancher Global Kryner zwar noch nicht kannte, dafür ganz England. Auch wenn wir erst am Sonntag zum „Frühschoppen“ vor wenigen, dafür schwer verkaterten Festivalbesuchern und zeltbettflüchtigen Jungfamilien einen Ersatz-Auftritt bekamen, weil das Programm derart dicht und festgezurrt war, wie sonst nur ein Strohballen in den Weiten Zimbabwes, kann eines wirklich behauptet werden: Auch wenn wir die Engländer nicht immer verstehen – SIE VERSTEHEN UNS. Zumindest unsere Musik. Viele wollten tanzen und taten es auch. Bei den geraden Rhythmen durchaus ansehnlich, bei den Walzern etwas unbeholfen. Wahrscheinlich heißt der „English Waltz“ ja deswegen so, weil der Walzer bei den Engländern nur deswegen so langsam ist, damit die Engländer beim Tanzen nicht mehr merken, dass es ein Walzer ist. Die tanzen quasi Rumba, nein sie stehen an der Rumbar und die ganze Welt sagt dazu nichts …
Nein, Schluss mit den chauvinistischen Wortspielereien! Die EngländerInnen, die wir kennen lernen durften, waren wirklich sehr sympathisch, was wir in erster Linie daran festmachen, dass ihnen unsere Musik sehr zugesagt hat, obwohl sie sonst auf diesem Festival eher auf Folk bis Rock eingestellt waren. Und wenn unser Manager aus dem Königreich hält, was er verspricht, kommen wir noch einige Male rüber. Würde uns sehr freuen. God save the Queen! Und Prinz Charles, dem wir sicher noch ein Liedchen widmen werden.

Mittwoch, 20. August 2008

mediterrane Kommentare

Christof Kryner hat gesagt…
Kroatien ist ja ein wirklich interessantes Land. Bisher haben wir mit Global Kryner erst einige Male im Norden dieses kleinen, aber unglaublich langen Landes gespielt. Unvergessen das "Rockkonzert" in Lobor/Zagorje im Juli 2007. Naja, war ja eigentlich ein Konzert im Zelt. Aber abgegangen ist es da, wie bei einem Rockkonzert. Auch Zagreb hat uns schon dreimal (ein Konzert, eine Gala, eine TV-Show) gehabt. Allesamt nur allerbeste Erfahrungen. Aber hier am suedlichen Zipfel Kroatiens, dort wo ein Global Kryner gerade urlaubt (richtig! der Klarinettist), brummt man schon eine ganz andere Kultur. Eine italo-griechisch-kroatische Mischung. Dubrovnik ist Geschichte pur. Leider hoert man nicht viel Musik auf den Strassen. Ein wenig mehr Kuba-Feeling, wo an jedem Eck eine Combo aufgeigt (pardon: auftrommelt), waere nicht schlecht. Schliesslich sind die Kroaten ja bekanntlich hervorragende Musiker ... Mein ehemaliger Jazzgesangslehrer in Graz, der einzigartige Mark Murphy aus den USA, hat ja immer behauptet, die Musiker vom Balkan, das waeren die Schwarzen Europas. Vom Feeling her. Blues pur. Und er wusste ja, wovon er sprach, schliesslich wimmelt(e) es an der Jazzhochschule Graz ja vor exzellenten jungen Musikern aus den Teilstaaten des ehemaligen Jugoslawiens. einen musikalischen Gruss, ich geh jetzt ins Wasser (aber nur voruebergehend), Christof


10. August 2008 04:09
globalguitar hat gesagt…
Ja, schau da haben wir jetzt also einen Blog! Sieht auch schön aus; und die gescheiten Kommentare werden sicher nicht auf sich warten lassen. Kollege Christof weilt im kroatischen und meine Wenigkeit wird sich morgen (um der Wahrheit genüge zu tun: in wenigen Stunden) Richtung Karpathos aufmachen. Wie kubanisch, balkanisch, krynerisch oder sirtakisch die Insel sich präsentieren wird werde ich sicherlich in meinem nächsten Kommentar verraten. Inzwischen allen Krynern, Krynerfreunden und überhaupt allen Freunden der Kunst einen schönen Sommer:) Gehe jetzt in die Luft (auch nur vorübergehend)Edi
11. August 2008 12:22


Christof Kryner hat gesagt…
Eine Woche Urlaub ist ja wirklich toll. Zu wissen, dass da noch eine Woche kommt, noch besser. Dennoch, es grummelt schon. Es zwickt. Es sechszehntelt quasi. Im Bauch. Freu mich schon sehr auf Begunje, Slowenien. Dort spielt Global Kryner am 21. August. Im Vatikan. Nicht dem echten. Dem der Oberkrainermusik. Bei den Avseniks. Eine wirklich grosse Ehre! Bisher wurden wir in Slowenien ja immer bestens auf- und angenommen. Im "Vatikan" erwartet uns aber ohne Frage noch ein wenig mehr Ueberzeugungsarbeit. Sonst waere es ja nicht der Vatikan. Ob wir dort in Bestform spielen werden nach fast drei Wochen Urlaub? Schaumermal! Aber gebraeunt werden wir daherkommen. Mein Lieber! Mindestens so spannend wird unser erster Auftritt in England. Am 23. August. Beim Solfest. Die wissen ja von Oberkrainermusik gar nix. Und irgendwie ist ja auch England der Vatikan. Der des Folk und Pop. Ich hoffe, dass das nur der Anfang sein wird. Der Anfang einer Reihe toller Konzerte und Touren in den englischsprachigen Raum. Uebrigens. Heute hat eine Amerikaner geschrieben. Ein Trompeter, der mit Gott und der Welt gespielt hat, mit Elton Johann und weiss ich wem. Heute unterrichtet er in Sacramento und ist staff musician im Disneyland Anaheim California. Er sagt, er haette, nach dem er uns entdeckt hat, bis vier Uhr morgens nicht schlafen koennen, weil er sich alles Global Krynersche, was er im Netz auftreiben konnte, reinziehen musste. Da fragen wir uns - um das Kompliment richtig einordnen zu koennen - natuerlich: Wann geht dieser Mann normalerweise schlafen? Gruss, Christof Kryner
12. August 2008 04:45

Freitag, 8. August 2008

global kryner

Endlich ist es soweit. Global Kryner hat die in Sachen Veraenderung www.wahnsinnig.com/plizierten, langsamen und oft muehsamen Websiten hinter sich gelassen. Natuerlich gibt es www.globalkryner.at nach wie vor. Keine Sorge. Irgendwo muessen ja auch unsere Termine, Musikbeispiele, Videos, Pressetexte und Fotos ein Zuhause haben.

Ab sofort jedoch werden wir hier unsere Eindruecke von den vielen tollen Konzerten unserer Band kommentieren. Unsere Sicht der Dinge und Toene soll auf Eure Sicht treffen. Und wenn wir dabei auch noch ein wenig ueber Gott und die Welt diskutieren, kann es nur besser werden. Schliesslich sind wir ja nicht nur Musikanten und Buehnenmenschen. Wir haben ja auch alle eine - manchmal sehr unterschiedliche - Sicht der Dinge.

Wir freuen uns auf Eure Beitraege und Kommentare. Auf gehts. Vamos chicos!

P.S.: Uebrigens: Allerschoenste Gruesse aus Cavtat bei Dubrovnik!

Christof